Kaufberatung Sicherheitsschuhe: So finden Sie das passende Modell
Den besten Sicherheitsschuh gibt es nicht für alle, sondern nur für den jeweiligen Arbeitsplatz. Entscheidend sind die richtige Schutzklasse, eine gute Passform, ein geringes Gewicht und eine Sohle, die auch nach acht Stunden noch dämpft. Jede Kaufberatung für Sicherheitsschuhe beginnt deshalb beim Arbeitsplatz und erst danach beim Modell.
Ob auf der Baustelle, im Lager oder in der Küche: Ein Sicherheitsschuh begleitet Sie den ganzen Arbeitstag, deshalb lohnt sich die Auswahl mit etwas Sorgfalt. Neben dem Schutz vor Verletzungen zählen dabei Gewicht, Dämpfung und Passform, denn ein unbequemer Schuh wird schnell zur Belastung für Füße und Rücken. Gleichzeitig nützt der bequemste Schuh wenig, wenn seine Schutzklasse nicht zu den Gefahren am Arbeitsplatz passt. Beides gehört deshalb in jede Kaufberatung für Sicherheitsschuhe.
Welche Sicherheitsschuhe sind die besten?
Die besten Sicherheitsschuhe sind diejenigen, die zur Gefährdung am Arbeitsplatz und zum eigenen Fuß passen. Ein S3-Stiefel ist auf der Baustelle ideal, in der Küche aber oft zu schwer. Deshalb zählen Schutzklasse, Passform, Gewicht und Dämpfung mehr als Marke oder Preis.
Für Sicherheit und Komfort zugleich ist es sinnvoll, zuerst die Anforderungen des eigenen Arbeitsplatzes festzulegen und erst danach die Modelle zu vergleichen. Bei uns finden Sie dafür unter anderem Sicherheitsschuhe von BRYNJE und SIKA Footwear. Hinter beiden Marken steht der dänische Hersteller Sika Footwear A/S. Ergänzend führen wir Modelle von Euro-Dan, Bekina und Vismo.
Kaufberatung für Sicherheitsschuhe: die wichtigsten Kriterien
Im Alltag machen vor allem sechs Merkmale den Unterschied, von der Schutzklasse bis zum Kälteschutz. Zu jedem Merkmal nennt die Tabelle ein Modell, bei dem es laut Produktbeschreibung besonders ausgeprägt ist. Verbindlich für die Schutzklasse bleibt dabei immer die Gefährdungsbeurteilung im Betrieb.
| Kriterium | Worauf achten | Beispielmodell |
|---|---|---|
| Schutzklasse | Passend zur Gefährdungsbeurteilung, etwa S3 auf der Baustelle | BRYNJE Zap 906 in S3 SR |
| Gewicht | Leichte Kappe aus Aluminium oder Komposit, Zwischensohle aus EVA | SIKA Beat Low 210, 615 Gramm je Schuh in Größe 42 |
| Passform | Ausreichend Weite, fester Halt an der Ferse | BRYNJE Robust 411 mit breiter Passform |
| Dämpfung | Stoßabsorbierende Laufsohle und Einlegesohle | BRYNJE LAB Textile BOA mit NRGize Foam in der Sohle für Energierückgabe |
| Verschluss | Schnürung oder Drehverschluss nach Vorliebe | SIKA Cloud Microfiber BOA mit BOA Fit System |
| Kälte und Nässe | Wasserdichte Membran, warmes Futter | BRYNJE Arctic 101601 in S7 SR |
Welche Schutzklasse brauche ich?
Welche Schutzklasse Sie brauchen, legt die Gefährdungsbeurteilung Ihres Arbeitgebers fest. Nach DIN EN ISO 20345 ist S1 antistatisch und hat einen geschlossenen Fersenbereich, S2 schützt zusätzlich gegen Wasserdurchtritt, und S3 ergänzt einen Schutz gegen Durchstich sowie eine Profilsohle. Auf Baustellen mit Nägeln oder Scherben ist deshalb meist S3 gefragt.
Laut dem Baustein Fußschutz der BG BAU wird geeigneter Fußschutz anhand dieser Beurteilung ausgewählt, für Rohbau, Tiefbau und Gerüstbau nennt die BG BAU ausdrücklich Schuhe mit durchtrittsicherem Unterbau. In Küche, Pflege oder Lebensmittelbetrieb stehen dagegen oft Rutschhemmung und Zehenschutz gegen Quetschungen im Vordergrund. In Werkstätten kann zudem eine kraftstoffbeständige Sohle mit dem Kennzeichen FO sinnvoll sein, die laut DGUV-Fachbeitrag zur Norm von 2022 seit 2022 nur noch optional ist. Alle Kategorien bis S7 sowie die Berufsschuhklassen fasst das Sachgebiet Fußschutz der DGUV zusammen.
Sind leichte Sicherheitsschuhe genauso sicher?
Leichte Sicherheitsschuhe sind genauso sicher, wenn sie dieselbe Schutzklasse tragen. Jede Zehenschutzkappe eines Sicherheitsschuhs ist auf eine Prüfenergie von 200 Joule ausgelegt, egal ob sie aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff besteht. Das geringere Gewicht entsteht durch Kappe, Sohle und Obermaterial.
Die 200 Joule nennt auch der Fußschutz-Baustein der BG BAU als Prüfenergie für Sicherheitsschuhe. Gerade bei langen Laufwegen macht sich jedes Gramm bemerkbar, deshalb setzen viele Hersteller auf eine Zwischensohle aus EVA und leichte Kappen statt Stahlkappen. So hat der SIKA Beat Low 210 laut Produktbeschreibung eine Kappe aus Komposit, der SIKA Cloud Microfiber BOA dagegen eine leichte Kappe aus Aluminium. Auch der BRYNJE Zap 906 ist als leichter Sicherheitsschuh in S3 ausgelegt.
Welche Sicherheitsschuhe sind bequem für langes Stehen?
Für langes Stehen sind Sicherheitsschuhe mit stoßabsorbierender Sohle und passender Einlegesohle am bequemsten. Eine Zwischensohle aus EVA oder PU federt jeden Schritt ab, eine gute Einlegesohle stützt zusätzlich das Fußgewölbe. Ebenso wichtig ist eine Passform, die nirgends drückt.
Wer viele Stunden steht, etwa in Krankenhaus und Pflege oder an der Werkbank, spürt den Unterschied am Ende der Schicht. Mehr Tragekomfort bringt dann oft eine Einlegesohle des Schuhherstellers, wobei sie für das jeweilige Modell freigegeben sein muss. Die Ultimate-Footfit-Sohlen von BRYNJE und SIKA gibt es etwa für flache, mittlere und hohe Fußgewölbe, ob sie zu Ihrem Schuh passen, steht in der Herstellerangabe zum Modell. Sie finden sie zusammen mit Arbeitssocken in unserem Zubehör.
Welche Sicherheitsschuhe passen bei breiten Füßen?
Bei breiten Füßen passen Sicherheitsschuhe mit ausgewiesener breiter Passform oder größerer Weite am besten. Zu enge Schuhe drücken an der Kappe und führen über den Tag zu Schmerzen. Achten Sie deshalb beim Kauf auf Angaben zu Weite oder Passform in der Produktbeschreibung.
Eine breite Passform haben etwa der BRYNJE Robust 411 und der BRYNJE Supporter 413. Laut Produktbeschreibung hält die Sohle des Robust 411 zudem Temperaturen bis 300 °C stand, außerdem ist er ESD-zugelassen. Für feuchte Bereiche bietet sich der SIKA Beat Low 210 an, der ebenfalls breit geschnitten und waschbar ist.
Soll man Arbeitsschuhe eine Nummer größer kaufen?
Arbeitsschuhe muss man nicht pauschal eine Nummer größer kaufen. Wichtig ist, dass die Zehen vorne nicht an die Kappe stoßen und die Ferse beim Gehen fest sitzt. Probieren Sie Sicherheitsschuhe am besten mit den Socken an, die Sie auch bei der Arbeit tragen.
Weil die Zehenschutzkappe nicht nachgibt, verzeiht ein Sicherheitsschuh eine falsche Größe weniger als ein normaler Schuh. Ein zu kleiner Schuh drückt deshalb dauerhaft, während ein zu großer Schuh an der Ferse reiben kann. Bei Unsicherheit hilft zudem der Vergleich der Größen zwischen zwei Modellen derselben Marke.
Rutschhemmung, ESD und metallfreie Modelle
Glatte Böden, empfindliche Elektronik und Bereiche, in denen Metall unerwünscht ist, stellen eigene Anforderungen an den Schuh. Dafür gibt es eigene Kennzeichen und Bauweisen, die über die Schutzklasse hinausgehen. Für viele Arbeitsplätze entscheiden sie mit über die richtige Wahl.
Rutschhemmung: SRC und SR
Auf glatten oder feuchten Böden zählt vor allem die Rutschhemmung, oft auch Rutschbeständigkeit genannt. Seit der Norm von 2022 ist die Prüfung auf Keramikfliesen mit Reinigungslösung laut Fachbeitrag der DGUV eine Grundanforderung, das Kennzeichen SR steht zusätzlich für die Prüfung mit Glycerin. Ältere Modelle tragen dagegen noch SRA, SRB oder SRC nach der früheren Norm. Für die Arbeit in Gastronomie und Küche ist die Sohle deshalb eines der wichtigsten Kriterien.
ESD für die Elektronik
Wer mit empfindlichen elektronischen Bauteilen arbeitet, braucht ESD-Schuhe. Sie leiten Ladung kontrolliert ab und sind laut Erläuterungen eines Fußschutz-Herstellers in der Normenreihe EN 61340 geregelt. Damit gehen sie über die antistatischen Eigenschaften hinaus, die schon ab S1 gefordert sind. ESD-zugelassen sind bei uns zum Beispiel der BRYNJE Robust 411 und der SIKA Cloud Microfiber BOA, dazu kommen die Modelle von Vismo.
Metallfreie Sicherheitsschuhe
Metallfreie Sicherheitsschuhe kommen ohne Stahlkappe und ohne metallische Einlage aus. Stattdessen sitzt dort eine Kunststoff-Zehenschutzkappe oder eine Kappe aus Komposit, und den Schutz gegen Durchstich übernimmt eine nichtmetallische Einlage vom Typ PL oder PS. Erkennbar ist eine solche Einlage nach der Norm von 2022 an den Zusätzen L oder S, etwa bei S3L oder S3S, wie der Fachbeitrag der DGUV erläutert. Metallfrei ist zum Beispiel der SIKA Beat Low 210 mit Kappe aus Komposit, der als S2-Schuh allerdings keinen Schutz gegen Durchstich hat.
Material, Verschluss und Bauform
Neben Schutz und Passform bestimmen Obermaterial, Verschluss und Schaftform, wie sich ein Schuh im Alltag anfühlt. Welche Variante passt, hängt stark vom Einsatzort ab, und oft beeinflussen sich die drei Punkte gegenseitig. Ein Stiefel aus Leder trägt sich zum Beispiel ganz anders als ein Textilschuh mit Drehverschluss.
Leder, Mikrofaser oder Textil
Als robustes Material steht Leder für Langlebigkeit, deshalb ist es auf Baustellen und im Handwerk verbreitet. Leichter ist dagegen Mikrofaser, die oft wasserabweisend ist und sich gut abwischen lässt, was sie für Küche, Pharma und Lebensmittelbetriebe interessant macht. Besonders luftig wiederum ist Textilmaterial, das sich häufig bei Sicherheitsschuhen in Sneaker-Optik findet. Einige Modelle wie der SIKA Beat Low 210 sind zudem waschbar.
Schnürung oder Drehverschluss
Mit einer klassischen Schnürung lässt sich der Schuh individuell anpassen, und Ersatz bekommen Sie überall. Bequemer im Alltag ist dagegen ein Drehverschluss, denn er wird über ein Rad gespannt und gelöst. Gerade wer die Schuhe oft an- und auszieht, spart damit Zeit, etwa beim BRYNJE LAB Textile BOA oder beim SIKA Cloud Microfiber BOA.
Halbschuh, Stiefel, Sandale oder Clog
Mit Halbschuhen sind Sie leichter unterwegs und haben mehr Bewegungsfreiheit, mit Stiefeln dagegen mehr Halt am Knöchel und besseren Schutz vor Schmutz und Nässe. Für warme, trockene Bereiche gibt es außerdem Sicherheitssandalen, sofern die Gefährdungsbeurteilung das zulässt. In Küche und Pflege sind zudem Clogs beliebt, die es mit und ohne Zehenkappe gibt. Modelle ohne Kappe sind Berufsschuhe mit den Klassen OB bis O7 und dort erlaubt, wo die Gefährdungsbeurteilung keinen Zehenschutz verlangt.
Welche Sicherheitsschuhe eignen sich für Winter und Nässe?
Für Winter und Nässe eignen sich Sicherheitsstiefel mit wasserdichter Membran und warmem Futter. Nach DIN EN ISO 20345 stehen die Klassen S6 und S7 für Schuhe, die im zusammengebauten Zustand wasserdicht sind. Das Zusatzkennzeichen CI zeigt außerdem eine geprüfte Kälteisolierung des Sohlenaufbaus.
Beide Kennzeichen erklärt die Kurzzeichen-Übersicht der DGUV. Ein Beispiel ist der BRYNJE Arctic 101601 in S7 SR mit wasserdichter Membran, Plüschfutter und BOA Fit System. Darüber hinaus führen wir mit dem BRYNJE B-Dry Breeze 433 einen weiteren Wintersicherheitsstiefel. Wer nur gelegentlich im Freien arbeitet, kommt dagegen oft auch mit einem S3-Schuh und warmen Arbeitssocken aus.
Wann müssen Sicherheitsschuhe ersetzt werden?
Sicherheitsschuhe müssen ersetzt werden, sobald Verschleiß oder Beschädigungen die sichere Benutzung ausschließen. Welche Merkmale dafür gelten, beschreibt die DGUV Regel 112-191. Eine feste Tragedauer gibt es nicht, weil Einsatz und Pflege die Haltbarkeit stark beeinflussen.
Prüfen Sie Ihre Schuhe deshalb regelmäßig, zum Beispiel auf ein abgelaufenes Profil, eine gelöste Sohle oder eine beschädigte Kappe, und tauschen Sie sie im Zweifel lieber früher. Grundlage für die Bewertung bleibt die DGUV Regel zur Benutzung von Fußschutz. Lederschuhe halten zudem länger, wenn Sie sie regelmäßig reinigen und mit Lederfett pflegen.
Fazit: Kaufberatung für Sicherheitsschuhe auf einen Blick
Am Anfang steht immer die Frage, welche Gefahren am Arbeitsplatz bestehen. Daraus ergibt sich die Schutzklasse, und erst danach entscheiden Passform, Gewicht und Dämpfung über das passende Modell. Leichte Schuhe sind dabei genauso sicher wie schwere, sofern sie dieselbe Klasse tragen. Wer diese vier Schritte geht, findet einen Schuh, der den ganzen Tag schützt und trotzdem bequem bleibt.
Nach der Kaufberatung: Sicherheitsschuhe im Shop finden
Bei uns finden Sie Sicherheitsschuhe, Berufsschuhe und Clogs, sortiert nach Branchen und Marken. Für die Baustelle lohnt sich zum Beispiel der Blick auf unsere Arbeitsschuhe für Baugewerbe und Handwerk. Bei den meisten Modellen steht die Schutzklasse direkt im Produktnamen, sodass Sie schnell vergleichen und Ihre Größe direkt auswählen können.
Häufige Fragen
Kriterien, Kappe, Kennzeichnung und Einlagen sorgen beim Kauf oft für Unsicherheit. Die Antworten fassen das Wichtigste zusammen.
Was gehört zu einer Kaufberatung für Sicherheitsschuhe?
Zu einer Kaufberatung für Sicherheitsschuhe gehören die passende Schutzklasse laut Gefährdungsbeurteilung, die richtige Größe und Weite, das Gewicht sowie Dämpfung und Rutschhemmung der Sohle. Je nach Arbeitsplatz kommen ESD, Kälteschutz oder eine metallfreie Bauweise dazu.
Welche Arbeitsschuhe ohne Kappe gibt es?
Arbeitsschuhe ohne Zehenschutzkappe heißen Berufsschuhe und tragen die Klassen OB bis O7 nach DIN EN ISO 20347. Sie kommen infrage, wenn die Gefährdungsbeurteilung keine Zehenschutzkappe verlangt.
Was bedeutet S1, S2 und S3?
Laut DGUV ist S1 antistatisch mit geschlossenem Fersenbereich und Energieaufnahme an der Ferse. S2 schützt zusätzlich gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme, S3 ergänzt einen Schutz gegen Durchstich und eine Profilsohle.
Darf ich eigene Einlagen in Sicherheitsschuhe legen?
Nur wenn Schuh und Einlage gemeinsam geprüft und zertifiziert sind. Laut Infoblatt der BG BAU zu individuellem Fußschutz dürfen orthopädische Einlagen nur in einem gemeinsam geprüften Gesamtprodukt verwendet werden.